Barrierefreiheit, altersgerechte Modernisierungen

Durch gesetztliche Vorgaben in der Bayerischen Bauordnung wurde nach der bauaufsichtlichen Einführung der DIN 18040-Reihe die Anforderungen an die Barrierefreiheit als gesetzgeberisches Ziel vorgegeben. In der Praxis wird derzeit noch häufig völlig unterschätzt, dass die Barrierefreiheit damit nicht mehr freiwillig sondern nun verpflichtend zu planen und auszuführen ist.

 

Für den Umbau und Modernisierungen an Gebäuden im Bestand stehen häufig nicht ausreichend große Flächen zur Verfügung, da die Umsetzung der DIN 18040-Reihe einen erhöhten Platzbedarf für die Bewegungsflächen, Flurbreiten, Türdurchgangsbreiten usw. vorsieht. Der Flächen-Mehrbedarf kann mit ca. 10 bis 15 % geschätzt werden.

 

Einen Ausweg aus diesem Dilemma (wenn ausreichender Platz nicht geschaffen werden kann) kann man durch individuelle Zielvereinbarungen finden, so dass zumindest "im Wesentlichen" Kern-Anforderungen umgesetzt werden. Bei der Herstellung der Barrierefreiheit geht es insbesondere um Inklusion, die Möglichkeit zur Teilhabe aller Nutzergruppen ohne Barrieren, Einschränkungen.
Gute Lösungen können nur mit rechtzeitiger Planung praktisch umgesetzt werden. Sonderlösungen ermöglichen zumindest eine gewisse Kompensation, wenn insbesondere ausreichende Bewegungsflächen berücksichtigt werden

 

Umbauten und Modernisierungen (z.B. Badezimmer) erfordern eine sorgfältige Planung, um verfügbare - oft auch kleine Bestands-Raumgrößen optimal und auch langfristig gebrauchstauglich gut/besser nutzbar zu machen in den Stadards von alters- und senioren-gerecht (freiwillige Anforderung) bis hin zu barrierefrei (auch gesetzlich, verpflichtende Anforderung).

Oft helfen auch Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen die Selbständigkeit zu erhalten. Für solche Maßnahmen gibt es Fördermittel und Zuschüsse, die vor Beginn der Maßnahme beantragt werden müssen.

 

Für Neubauten empfiehlt es sich, dass eine grundlegende externe Kontrolle der Planung (vor Baubeginn) durchgeführt wird, um die ausreichende barrierefreie Erschließung des Gebäudes - bis zur Wohnungseingangstüre - zu überprüfen. Innerhalb von Wohnungen sollte die barrierefreie Nutzung als Standard/Zielvereinbarung exakt beschrieben werden.

 

Derzeit scheitern viele Abnahmen des Gemeinschaftseigentums wegen vorhandener wesentlicher Mängel im Bereich des Hauseingangs, der Erschließung und Infrastruktur des Gebäudes, der Treppen und Geländer und wegen nicht eingehaltenen ausreichenden Sicherheitsabständen und Bewegungsflächen.

Großer Ärger ist also vorprogrammiert, da deutlich vergrößerte Abstände und Flurbreiten sich nachträglich nicht mehr ausreichend herstellen lassen. Der technische und merkantile Minderwert eines Neubaus kann beträchtlich sein.

 

Für Stellplätze, Garagen-Stellplätze, Zugänge zum Gebäude (Schleusen) gibt es derzeit eine Häufung an Feststellungen zu Mängeln wegen unzureichend breiten/langen Stellplätzen und Fluren. Treppenanlagen sind unzureichend barrierefrei nutzbar. Das Design ist in Hinsicht auf Belichtung, Beleuchtung, Kontraste und Orientierung im Gebäude vielfach unzureichend durchgebildet.

 

Öffentliche Gebäude (und alle sonstigen öffentlich zugängliche Gebäude) sind im Rahmen von Umbauten und Modernisierungen grundsätzlich barrierefrei zu erschließen.

Hierzu besteht derzeit erhöhter Beratungsbedarf, um Planungen und Ausführungen im Sinne der DIN 18040, Anforderungen an Gebäuden des Bundes, usw. zu optimieren und barrierefrei nutzbar zu gestalten.

 

 

Die Sachverständige, Lemmer, hat sich zum Thema eingehend fortgebildet und unterstützt individuelle Lösungen mit Beratungs und Abnahme-leistungen.