Die Sachverständige, Frau Lemmer, befasst sich eingehend mit Baupreisen, den voraussichtlichen Kosten der Mangelbeseitigungsmaßnahmen, Schätzung einer technischen oder merkantilen Wertminderung im endgültig nachgebesserten Zustand, falls Nachteile bestehen bleiben.

 

Die Sachverständige hat auch Erfahrung bei der Bewertung der wirtschaftlichen und technischen Unzumutbarkeit für den Erhalt von Bausubstanz im Rahmen des Denkmal- und Ensemble-Schutzes.

 

Baupreise

Der Sachverständige hat in der Regel entweder auf einen zurückliegenden Zeitraum oder auf einem in der nahen Zukunft liegenden Zeitraum die damals üblichen oder zukünftig voraussichtlichen Kosten einer Maßnahme zu schätzen.

Regional sind sehr große Preisunterschiede hierbei zu berücksichtigen. Index-Werte des Landesamtes für Statistik helfen bei einem Vergleich der Angaben aus unterschiedlichen Baupreis-Sammlungen und -Informationsquellen.

Auch die betreffenden Mengen und Massen-Relationen, An- und Abfahrtszeiten, Verhältnis zwischen Materialaufwand und Arbeitsleistung spielen eine große Rolle bei der Schätzung der Baupreise und Kosten einer Maßnahme, welche im Regelfall mit einem Kosten-Rahmen (von - bis) angegeben werden.

 

Der Begriff Baupreis kann unterschiedlich ausgelegt werden.
  • Zum einen im Sinne von Baukosten als Gesamtbetrag der Investitionsaufwendungen für eine Baumaßnahme aus Sicht des Bauherren.
  • Der Baupreis beschreibt aber auch die Angebotssumme als Gesamtbetrag aus der Angebotskalkulation des Bieters für den Bauleistungsumfang gemäß einer Ausschreibung.
  • Meist jedoch steht der Begriff Baupreis für den Einheitspreis einer Position in einem Leistungsverzeichnis.

 

Baupreise sind von sehr vielen Faktoren abhängig.
Was ist wichtig und für die Höhe von Baupreisen bestimmend?

 

  1. Die Beschreibung der Leistung, denn Baupreise sind nur für ähnliche Bauleistungen vergleichbar. Das Baupreislexikon liefert z.B. Einheitspreise nach dem DIN-Standard STLB-Bau Dynamische BauDaten.
  2. Die Anforderungsqualifikation für die Bauleistung, denn Baupreise sind lohnabhängig. Baupreislexikon basiert auf durchschnittlich qualifizierten Kolonnen nach regional begründbarer Entlohnung, nicht auf Dumpinglöhnen von Hilfskräften.
  3. Die Produktivität, denn diese variiert mit der Leistungsmenge, den Besonderheiten der Baustelle und der betrieblichen Spezialisierung. Die im Baupreislexikon hinterlegten durchschnittlichen Zeitwerte werden seit über 20 Jahren laufend geprüft und aktualisiert.
  4. Die Materialkosten, denn diese müssen auf die Baustelle geliefert bzw. als Bauhilfsstoffe vorgehalten werden. Baupreislexikon beinhaltet durchschnittliche Verrechnungspreise einschließlich Frachtkosten und Verluste.
  5. Die Gerätekosten, denn diese variieren mit der Tagesleistung pro Baustelle. Baupreislexikon nutzt durchschnittliche AVR-Werte (Abschreibung, Verzinsung, Reparaturkosten) aus der Baugeräteliste 2007, abgemindert mit einem Marktfaktor.
  6. Die Zuschläge, denn die Gemeinkosten (Baustellengemeinkosten, Allgemeine Geschäftskosten) sowie Wagnis & Gewinn variieren mit Bauunternehmen und Baustelle. Baupreislexikon verwendet regionale, gewerkespezifische Deckungsbeiträge für mittelgroße Unternehmen.
  7. Die Baustelleneinrichtung, denn diese kann in der Bauleistung enthalten oder extra ausgeschrieben sein. Im Baupreislexikon ist die Baustelleneinrichtung in den Baupreisen als Nebenleistung enthalten.
  8. Die Marktlage, denn diese ist durch Angebot und Nachfrage regional, konjunkturell und jahreszeitlich geprägt. Baupreise in Ballungszentren sind z.B. höher als auf dem Lande.

Quelle: http://www.baupreislexikon.de/